deutsch   |   français   

Archiv

 

04. Dezemeber 2003

 

Verteilung von Kaliumiodidtabletten Ende 2004

Vor rund 10 Jahren wurden der Bevölkerung zum Schutz vor radioaktivem Jod im Fall eines schweren KKW-Unfalls Kaliumiodidtabletten verteilt. Diese sind zwar nach wie vor wirksam, werden aber ausgetauscht, da das Verfalldatum abgelaufen ist. Mit dem Austausch resp. der Neuverteilung wird gleichzeitig die Verteilung optimiert.

Bern, 4. Dezember 2003 - Sollte sich in einem Schweizer Kernkraftwerk ein schwerer Unfall ereignen, bei dem radioaktives Jod austritt, schützen Kaliumiodidtabletten die Schilddrüsen vor radioaktivem Jod. Der Bund hat daher 1992 erstmals Kaliumiodidtabletten abgegeben. Im Umkreis von ca. 4 km um die KKW (= Zone 1) wurden die Tabletten direkt an die Haushaltungen, Betriebe, Schulen, Verwaltung sowie weiteren öffentlichen und privaten Einrichtungen abgegeben; im Umkreis von bis zu 20 km (= Zone 2) an die Gemeinden, welche die Versorgung im Ereignisfall sicherzustellen hätten.

Da das Verfalldatum der Tabletten abgelaufen ist, wird ein Austausch beziehungsweise eine Neuverteilung fällig. Bis dahin ist es für die Bevölkerung wesentlich zu wissen, dass die heute eingelagerten und in einem Ernstfall abgegebenen Tabletten nach wie vor wirksam sind. Regelmässige Qualitätskontrollen durch die Swissmedic Schweizerisches Heilmittelinstitut haben dies bestätigt.

Im Vergleich mit der ersten Tablettenabgabe 1992 und 1994 werden sich bei der nächsten Verteilung einige Änderungen ergeben: So werden die Tabletten neu an sämtliche Haushaltungen, Betriebe, Schulen sowie öffentlichen und privaten Einrichtungen in den Zonen 1 und 2 abgegeben. Ebenfalls erwähnenswert ist, dass neu pro Person eine Packung mit 2x6 Tabletten verteilt wird. Dies entspricht der doppelt nötigen Menge und ermöglicht eine rasche Nachbarschaftshilfe.

Die geplante Neuverteilung hätte eigentlich bereits stattfinden sollen. Sie wurde aber verzögert, da Bund und Kantone die Verteilorganisation im oben erwähnten Sinn optimieren wollten, was nur durch eine Änderung des geltenden Rechts möglich war und ein ordentliches Vernehmlassungsverfahren erforderte. Der Umstand, dass bei einer von vier GATT/WTO-Ausschreibungen für dieses Projekt noch ein Rekurs hängig ist, hat den Austausch und die Neuverteilung erneut verzögert. Swissmedic hofft aber trotzdem, die Tabletten in der zweiten Jahreshälfte 2004 verteilen zu können.

 

zurück zum Archiv